Sauberes Trinkwasser für Ebenezer (Bericht)

Das Projekt wurde Ende 2019 erfolgreich abgeschlossen. Nachfolgend der Projektbericht von Marianne Schneider-Ortmann:

Anstrengend aber erfolgreich

Inzwischen sind Lothar und ich von unserem zweimonatigen Aufenthalt in Ghana zurück. Wir waren anfangs noch etwas geschafft von den Anstrengungen und dem drastischen Klimawechsel, sind aber zufrieden und glücklich über das, was wir gemeinsam mit den Dorfbewohnern von Ebenezer und dem benachbarten Aboasa geschaffen haben.

1. Spatenstich

Nach dem ersten Spatenstich starteten die Maurer sehr zügig mit dem Bau des Maschinenhauses. Sie zeigten, dass auch sie leistungswillig und fähig sind. Ruckzuck stand der Rohbau und auch die Plattform für die Polytanks. Gleichzeitig begannen andere Arbeitsgruppen damit, die Gräben für die zu verlegenden Wasserleitungen auszuheben, insgesamt waren es bis zum Ende ca. 2000 Meter Gräben.  Manchmal verzweifelten sie, weil der Boden sehr steinig war oder sie an anderen Stellen im Sumpf standen. Die Motivation war hoch und so arbeiteten sie weiter Tag für Tag. Von Zeit zu Zeit wurden bereits vereinbarte Trassenverläufe von Anwohnern in Frage gestellt und neue Wege ausgiebig diskutiert. Jeder hätte natürlich gern die Zapfsäule so nah wie möglich an seinem Grundstück. Das konnten wir verstehen, aber den Wünschen nicht immer nachkommen, insbesondere wenn damit Mehrkosten verbunden gewesen wären. Nach lautstarken, zeitraubenden Diskussionen gab es am Ende jedoch immer eine Lösung, die von allen Beteiligten akzeptiert wurde. Sie lieben es zu diskutieren!

Spezialaufgaben

Untertunnelung der Nationalstraße

Für besondere Arbeiten wie zum Beispiel die Untertunnelung der durch den Ort führenden Nationalstraße waren wir auf Spezialisten angewiesen. Innerhalb von drei Tagen wurde diese Herausforderung mit einfachsten Werkzeugen durchgeführt. Statt einer großen Bohrmaschine nutzen die 3 Arbeiter ein von Hand gedrehtes langes Eisenrohr mit einem angeschweißten Zahnkranz, während dadurch zerkleinertes Gestein und Sand mittels Wasser und einem kleinen Kompressor aus dem immer länger werdenden horizontalen Bohrloch herausgespült wurden. Über diese „Knochenarbeit“ konnten wir nur staunen.

Gräben ausheben für Wasser- und StromleitungenNachdem die jeweiligen Leitungsgräben ausgehoben waren, wurden so schnell wie möglich die flexiblen Wasserrohre und auch die zur Versorgung der 3 neuen Wasserpumpen benötigten Stromleitungen verlegt, denn sonst drohte der nächste Regen den ausgehobenen Graben wieder mit Sand zu füllen und das Ausheben begann von vorn. Infolge des Klimawandels dauert die Regenzeit inzwischen etwa einen Monat länger als noch vor wenigen Jahren, und es regnete recht häufig wolkenbruchartig über mehrere Stunden während der Arbeiten. Die erforderlichen zwei Polytanks, die wir in Accra bei der ghanaischen Produktionsfirma gekauft haben, wurden geliefert und von den Dorfbewohnern selbst ans Wasserleitungssystem angeschlossen. Ebenso wurden die Wasserpumpen installiert und angeschlossen. Rund 1200 Meter neuer Kabelleitungen wurden verlegt und sorgen für die Stromversorgung aus der durch 16 zusätzlichen Solarmodule und einen weiteren Wechselrichter verstärkten batteriegestützten Solarstromanlage im benachbarten Aboasa, die wir zwei Jahre zuvor neben der dortigen Buschklinik errichtet hatten.

Feierliche Übergabe

Übergabe des Projekts an die Dorfgemeinschaft

Am letzten Sonntag unseres Aufenthalts übergaben wir in einer kleinen Feierstunde das funktionierende System in das Eigentum und die Verantwortung der Gemeinde für Betrieb und Instandhaltung. Als wir am Ende zusammen mit dem örtlichen Projektleiter und dem Dorfhäuptling symbolisch die Wasserhähne der nächstgelegenen Zapfsäule aufdrehten, war es bereits dunkel geworden. Aber die Freude war auch im Licht von Taschenlampen und Handys überwältigend. Die Dorfbewohner strahlten und freuten sich über die verbesserten Lebensbedingungen und bedankten sich überschwänglich dafür, dass sie ab jetzt immer zuverlässig sauberstes Trinkwasser in ausreichender Menge aus ihrem eigenen 70 Meter tiefen Bohrloch genießen können.

Neue Zapfsäule am Schulhof

Seit dieser Zeit nutzen die Menschen in Ebenezer das neu installierte Trinkwassersystem. An 8 über das Dorf verteilten Doppelzapfsäulen können sie nun ihren täglichen Wasserbedarf jederzeit auf kurzen Wegen decken. Für die Instandhaltung des Systems und eventuell erforderliche Reparaturen zahlen sie ebenso wie in Aboasa nun Wassergeld. Ein neu geschaffenes Solar- und Wasserkomitee sorgt dafür, dass das Geld, was nicht aktuell benötigt wird, auf ein Bankkonto zur Finanzierung zukünftiger Instandhaltungs- und Ausbau-Kosten eingezahlt wird. Eine verantwortliche Instandhaltergruppe aus 3 Dorfbewohnern, die auch bei der Installation tatkräftig mitgearbeitet haben, übernahm stolz die eingeübten Betriebs- und Instandhaltungsaufgaben. Die telefonischen Berichte über die auch nach unserer Abreise noch ausgeführten kleineren Restarbeiten und den Betrieb der neuen Anlage lassen erwarten, dass auch dieses Selbsthilfeprojekt sich als dauerhaft nachhaltig erweist.

Wir geben den Dank der Dorfbewohner für die merkliche Verbesserung ihrer Lebens- und Gesundheitsbedingungen und die damit verbundenen Perspektiven gerne an alle Spender und Unterstützer weiter, die dieses Projekt „Sauberes Trinkwasser für Ebenezer“ ermöglicht haben.

Pumpenhaus mit Polytanks

Pumpenhaus mit Polytanks



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