Überblick und aktueller Stand
Was für uns selbstverständlich ist, ist anderenorts noch eine große Aufgabe!
Ausgangssituation
Zum Dorf Nnudu gehörten bei unserem ersten Besuch in Nnudu drei Brunnen. Die Kinder legten frühmorgens vor Schulbeginn lange Wege zum Brunnen zurück, pumpten das Wasser von Hand in ihre mitgebrachten Eimer und Plastik-Behälter und schleppten diese nach Hause.

Alten Menschen fällt das Wasserholen sehr schwer. Das nicht verbrauchte Trinkwasser steht zum Teil tagsüber in den Behältern und verkeimt, wurde aber dennoch, ebenso wie Regenwasser in der Vergangenheit getrunken. Am Abend holten viele Kinder erneut Wasser.
Die sichere Versorgung mit Trinkwasser war eine der schwerwiegendsten Aufgaben denen sich die Dorfältesten gegenüber sahen. Wir wollen sie dabei unterstützen und haben ein einfaches Versorgungssystem gefunden, das von Hilfsorganisationen in einigen anderen Dörfern installiert wurde und sich im Betrieb bewährt hat. Der Ältestenrat von Nnudu will diese System einführen und anschließend selbstständig betreiben.
Ziel des Projekts
Wir wollen in einem mehrjährigen Stufenprojekt eine sichere Versorgung mit frischem Trinkwasser aufbauen. Die Komponenten Grundwasserpumpe, Wasserreservoir, Verteilnetzsystem und öffentliche Zapfstellen sind nach Möglichkeit so einfach zu gestalten, dass Betrieb, Instandhaltung und weiterer Ausbau weitgehend von den Dorfbewohnern selbst bewerkstelligt werden können.
Meilensteine/Projektstufen
- Errichtung eines funktionierenden kompletten Trinkwassersystems mit provisorischen Kunststofftanks und 11 Zapfstellen (2008 erledigt)
- Bau eines betonierten Trinkwasserreservoirs mit Fassungsvermögen in Höhe eines Tagesbedarfs (100 000 Liter) anstelle der Kunststofftanks (2009 – 2010 erledigt)
- Ausbau des Verteilnetzes und Installation weiterer Zapfstellen zur flächendeckenden Versorgung des Dorfes (2011 ff.)
Aktueller Stand und weitere Maßnahmen
Bisherige Projektkosten: ca. 30.000 €
Derzeit plant der Verein, im Herbst 2011 zumindest die größere von zwei Aufbaustufen des Verteilnetzes mit ca. 10 zusätzlichen Zapfstellen in Zusammenarbeit mit den Dorfbewohnern zu realisieren.
Die zweite kann gegebenenfalls noch um ein weiteres Jahr verschoben werden, wenn z.B. nicht genügend Spenden eingehen oder extreme Regenfälle die Arbeiten während unseres Aufenthaltes verzögern.
Die Instandhaltung des gesamten Trinkwassersystems wird bisher von einem Installateur aus dem Nachbarort vorgenommen. Er soll zukünftig von einem jungen Mann aus Nnudu unterstützt und später abgelöst werden, dessen Installateurausbildung vom Verein finanziert wird.
Eine weitere Trinkwasserpumpe und evtl. ein zweites Reservoir sind erst bei deutlich erhöhten Bedarf zu ergänzen. Wasserfilterung/-Behandlung wird erst bei sich verschlechternder Wasserqualität erforderlich.
Eine Fotovoltaikanlage zur Solarstromerzeugung ist für das Trinkwasserprojekt sehr nützlich, da dadurch die hohen Stromkosten reduzierbar sind.
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