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Trinkwasserreservoir Stufe 2 (2010)

Ausführliche Beschreibung 2010
Aktivitäten der Dorfbewohner vor unserem Aufenthalt im Herbst 2010   

In der Trockenzeit ab Ende Januar 2010 schalten die Zimmerleute die betonierten Wände aus. Sie errichteten innen und außen Gerüste für die weiteren Arbeiten. Unter Regie der Poliere und Maurer wurden zunächst überstehende Betonnasen abgeschlagen. Bevor eine 3 bis 5 cm starke Feinbetonschicht innen und außen aufgebracht wurde, reinigten sie die Wände und auch den Reservoirboden. Den Beton mischten die Männer wieder in Handarbeit selbst an, um ihn zügig aufzubringen und glatt zu streichen. Diese Putzschicht dient dazu, die Dichtwirkung des ohnehin hohen Zementanteils im übrigen Beton zu verstärken. Trotzdem sollte sich später zeigen, dass zusätzlich auch noch ein Anstreichen mit wasserfester Farbe notwendig sein würde. Bereits beim Betonieren der Wände hatten die Männer vorbereitete Metallhaken mit Gewindestiften und ein Überlaufrohr eingesetzt, das im Fall einer Überfüllung einen geordneten Wasserablauf in einen Sammelbehälter gewährleisten soll. Auf die Gewindestifte auf der Mauerkrone montierten die Zimmerleute umlaufende Kanthölzer und zimmerten eine Art hölzernen Dachstuhl mit einer seitlichen Abdeckung. Diese sollte das später gespeicherte Trinkwasser gegen Verunreinigungen von außen schützen.

Bei den Arbeiten zur Außenverkleidung ergaben sich für die Zimmerleute Fragen, die telefonisch nicht zu klären waren. Daher beschlossen wir, die Restarbeiten während unseres Aufenthalts im September/Oktober 2010 durchzuführen.

Fertigstellung des Trinkwasserreservoirs während unseres Aufenthalts

Die Dorfbewohner bewältigten im Alleingang Großartiges. Entsprechend den überlassenen Planskizzen und Erklärungen hatten sie selbstständig den Bau des Wasserreservoirs vorangetrieben. Sofort nach meiner (Mariannes) Ankunft mit Gertraude Frank präsentierten sie uns ihr Ergebnis voller Stolz.  Natürlich hatte ich den Bau auch von innen zu inspizieren, und so kletterte ich die Leiter  hoch und schaute mir den Innenraum an. Ich war erstaunt und begeistert, und so fiel mein Lob überschwänglich aus. Selbst wenn meine Formulierung nicht optimal war, so verstanden die Männer doch meine Anerkennung nahmen sie an. Meine schon vorhandene Motivation wurde aufgrund der offensichtlich funktionierten Hilfe zur Selbsthilfe noch einmal gesteigert. Bis zur Inbetriebnahme waren noch umfangreiche Einzelschritte zu leisten. Wie auch in den vergangenen Jahren standen wieder junge Männer zur Verfügung.  Der Chief hatte sie motiviert, und so liefen die Arbeiten zügig an. Der infolge der in Ghana deutlich spürbaren Klimaveränderungen verspätet einsetzende Regen machte uns oft einen Strich durch unsere Planung, während wir den wasserfesten Innenputz anbrachten. Es war schon sehr warm und wir schwitzten ordentlich. Plötzlich öffneten sich wieder die Schleusen und ein Regenschauer brach über uns herein. In Windeseile deckten die Zimmerleute das Reservoir ab und wir hockten zu fünft im Reservoir. Geduldig warteten wir schwitzend das Ende des Regenschauers ab und anschließend fuhren wir mit unserer Arbeit fort. Geduld ist lernbar – getreu dem Spruch der Einheimischen: Die Europäer haben die Uhren, wir die Zeit!

Folgende Arbeiten wurden in den letzten Wochen vor Inbetriebnahme des Reservoirs nach Kauf entsprechender Materialien ausgeführt:

  • Schweißen der Außentreppe mit Arbeitsplattform durch einen Schweißer aus dem Nachbarort
  • Innentreppe aus Hartholz mit Flaschenzug, die bei Inspektions- und Reinigungsarbeiten herunter zu lassen ist und sonst unters Reservoirdach heraufgezogen wird.
  • Innenanstrich mit wetterfester und lebensmitteltauglicher Farbe zur Behebung und Vermeidung von Leckagen
  • Dachabdeckung aus Alu-Paneelen mit Öffnungsmöglichkeit für Inspektion und Reinigung
  • Schwimmerschalter für An- und Abschalten der Bohrloch-Pumpe je nach Füllstand des Reservoirs mit 300 Meter Elektroverbindung zur Pumpensteuerung
  • Schwimmerpegel mit Außenanzeige zum Ablesen des Wasserstands
  • Außenanstrich, auf der Vorderfront in den Nationalfarben Ghanas mit zwei weithin sichtbaren Schriftzügen:

Nnudu Water Projekt: Built by the citizens of Nnudu 2009-2010
Supported by: Aktiv für Afrika e.V. Fürstenfeldbruck, Germany

  • Manuelle und chemische Innenreinigung
  • Leitungsanschlüsse mit Absperrhähnen an das vorhandene  Leitungsnetz von der Grundwasserpumpe bzw. zum Transport-/Verteilnetz zu den Zapfsäulen .

Die Inbetriebnahme des Trinkwasserreservoirs feierten alle, die in den Wochen mitgearbeitet hatten. Der Chief spendierte zwei Hähne, die von den Zimmerleuten gerupft, ausgenommen und anschließend zu einem herrlich duftendem und dampfenden Eintopf mit Reis zubereiteten. Genüsslich aßen wir auf der Baustelle immer zu zweit aus einer Schale und natürlich mit den Fingern. Ein wunderbares Erlebnis, an das ich mich sehr gern erinnere. Das Leben kann so einfach sein. Und wenn man einen solchen Erfolg gemeinsam feiern kann, ist geteilte Freude wirklich doppelte Freude.



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