Zwischenbericht Kwanjarko, 27.10.21

Die ersten Wochen unserer zweimonatigen Projektreise nach Ghana liegen nun hinter uns. Ziel unseres Engagements ist die Fertigstellung des Projektes „Wasser und Solarstrom für Kwanjarko“. Wir wohnen wieder in dem uns vertrauten Haus in Nnudu und wurden wie auch in all den letzten Jahren herzlich empfangen. Kwanjarko ist das direkte Nachbardorf von Nnudu und somit für uns fußläufig schnell zu erreichen.

Was wurde während dieser Zeit erreicht?

Am Tag nach unserer Ankunft wurde die konkrete Vorgehensweise mit Vertretern des Dorfes besprochen und erforderliche Absprachen bzgl. der Organisation und der zu erbringenden Eigenleistung der Dorfgemeinschaft vereinbart. Schon wie beim Bau des Wasserreservoirs in 2019 steht uns der sehr engagierte lokale Projektleiter Debrah wieder zur Seite, was uns aufgrund der positiven Zusammenarbeit besonders freut. Die Standorte der öffentlichen Wasser-Zapfsäulen wurden nach ausgiebiger Diskussion festgelegt, danach auch der Verlauf der Wasserleitungen unter Berücksichtigung auch geplanter Bauplätze. Die jungen Männer von Kwanjarko wurden aufgerufen, sich aktiv am Ausheben der Wasserleitungstrassen und  Verlegen der Wasserleitungen zu beteiligen. Sehr zügig starteten die Arbeiter gemeinsam mit Lothar und Julius in zwei Arbeitsgruppen. Tag für Tag beginnend um 7.00 Uhr kaum vorstellbar körperlich harte und schweißtreibende Arbeit, da das Gelände steinig und der Boden lehmig ist. Ausgestattet mit Spitzhacken, Schaufeln, Eisenstangen und Vorschlaghammer bewältigen sie die extreme Herausforderung, in drei Leitungstrassen mit einer Gesamtlänge von ca. 2500 Meter 60 Zentimeter tiefe Gräben auszuheben. Regelmäßige nachmittägliche Regenfälle beeinträchtigten die Arbeiten stark und waren nicht nur motivierend.

In der ersten Woche wurde auch der neue Brunnen in 65 Meter Tiefe gebohrt und mit einer 1,5PS starken Wasserpumpe versehen. Die Wasserausbeute ist prima und die Wasserqualität hervorragend. Das notwendige kleine Pumpenhaus wartet nur noch auf sein Dach.

Die Schweißer arbeiten an der Dachkonstruktion für das Wasserreservoir, auf die demnächst die Solarmodule montiert werden sollen, und die Maler erledigten den mehrmaligen Innenanstrich mit lebensmittelechter, wasserdichter Farbe.

Die Materialbeschaffung gestaltete sich in diesem Jahr besonders zeitaufwendig. Nach intensiver Recherche und vielen Telefonaten mit Herstellern und Anbietern sind Julius, Debrah und der LKW-Fahrer Sammy um vier Uhr in der Früh (also zu nachtschlafender Zeit) nach Accra aufgebrochen, um bestellte flexible Wasserleitungen und Kabel zu kaufen und aufzuladen. Um Mitternacht erreichten sie mit dem völlig überladenen LKW müde, aber höchst zufrieden Kwanjarko. Zusätzlich unterstützen uns bei der Materialbeschaffung John Daniels, der Hydrologe, und Nana Mireku, der Chief von Nnudu, mit all ihren Verbindungen in Accra. Für diese Hilfe sind wir außerordentlich dankbar! Zu allen Herausforderungen bereiten uns die zum Teil gewaltig explodierten Preise Kopfzerbrechen, obwohl Lothar bei seiner Finanzplanung schon Preissteigerungen berücksichtigt hatte.

Noch während ich schreibe, zieht wieder ein Gewitter auf, und der Regen pladdert gleich los. Blöde, dass Leitungstrassen, die noch nicht wieder verfüllt werden konnten, vor der Leitungsverlegung dann erneut vom hereingewaschenen Sand und Schlamm befreit werden müssen!

Auch wenn die Zeit anstrengend für Körper, Geist und Psyche ist, bleiben wir zuversichtlich und voller Tatendrang, das Projekt in den verbleibenden dreieinhalb Wochen fertig zu stellen!



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