10 Jahre Aktiv für Afrika e.V.

Dass sie heuer das zehnjährige Vereinsjubiläum feiern würde, hätte die Vorsitzende von Aktiv für Afrika e.V., Marianne Schneider-Ortmann, bei der Gründung selbst am wenigsten erwartet. „Wir haben damals gedacht, wir machen das vielleicht für 6 oder 7 Jahre.“, lacht sie heute. Was im Jahre 2006 mit dem Besuch der Schwiegertochter bei deren Praktikum in Ghana begann, führte am 15. März 2008 zur Vereinsgründung in Fürstenfeldbruck und zu zahlreichen erfolgreich abgeschlossenen Projekten in Ghana mit dem Ziel, die Lebensbedingungen und Perspektiven der Menschen in den Dörfern vor Ort nachhaltig zu verbessern. Zusammen mit Ihrem Mann Lothar Ortmann war sie inzwischen 10mal für jeweils 1 bis 2 Monate in dem westafrikanischen Land, um die Projekte eigenhändig voran zu bringen. Mit Hilfe des Wortes „Ghana“ lässt sich gut buchstabieren, was den Verein Aktiv für Afrika e.V. ausmacht.

10 Jahre Aktv für Afrika e.V.

G wie Gesundheitsförderung

Das erste große Projekt „Sauberes Trinkwasser für Nnudu“ wurde in den Jahren 2008 bis 2014 realisiert. Mit Hilfe fast aller 3.000 Einwohner des Dorfes Nnudu wurden ein 100.000 Liter fassendes Wasserreservoir errichtet, 25 Zapfstellen gebaut und 5.000 Meter Leitungen verlegt. Aus einem 70 Meter tiefen Bohrloch fördert eine mit der Kraft der Sonne betriebene Pumpe ausgezeichnetes Trinkwasser. Im Jahr 2015 konnte eine kommunale Solarstromversorgung ergänzt werden, um zum Beispiel auch Lebensmittel und Medikamente zu kühlen. Das Projekt „Gesundheitsvorsorge Klinik Aboasa“ wurde in 2017 erfolgreich abgeschlossen. Die Klinik, die die medizinische Grundversorgung von 10.000 Menschen sichert, wird analog zu Nnudu mit Trinkwasser und Solarstrom für Licht und Geräte bei Untersuchungen, medizinischen Behandlungen und Entbindungen, sowie für die sichere Kühlung von Medikamenten versorgt.

H wie Hilfe zur Selbsthilfe

Besonders wichtig ist es dem Verein, die Projekte so weit wie möglich gemeinsam mit den Menschen vor Ort unter Einbeziehung ihrer Vorstellungen und Fähigkeiten zu planen und zu realisieren. Alle Aktivitäten orientieren sich eng an den individuellen Bedürfnissen und Möglichkeiten der Menschen in den Dörfern. Die mit Sonnenstrom betriebenen Trinkwasserprojekte in Nnudu und Aboasa waren beispielsweise lang gehegte Wünsche der Gemeinderäte, bevor Aktiv für Afrika e.V. bei der Finanzierung und Umsetzung half. Da die Einheimischen die Anlagen so weit wie möglich unentgeltlich mitgebaut haben, halten sie sie auch sorgfältig in Stand und pflegen sie.

A wie Ausbildungs- und Kleingewerbeförderung

Eine gute Berufsausbildung ist nur für wenige Menschen in Ghana bezahlbar. Der Brucker Verein konnte bereits einigen zielstrebigen jungen Erwachsenen eine Berufsausbildung ermöglichen. Beispielsweise Nancy, die bereits als kleines Mädchen davon geträumt hat, Hochzeitskleider zu nähen, kam aus dem Nachbardorf und bat um Förderung. Sie hat ihre Ausbildungen zur Näherin und zur Schneiderin mit Bestnoten abgeschlossen und arbeitet heute in einer Schneiderei, in der auch Hochzeitskleider gefertigt werden. Auch die Ausbildungen von Desmond und Obuobi aus Nnudu zum IT-Techniker bzw. zum Metall-Handwerker wurden erfolgreich gefördert. Kleingewerbe-Aktivitäten, wie zum Beispiel eine Nähstube, eine kleine Bäckerei und mehrere Geschäfte, wurden mit Anschubfinanzierungen, Stromanschlüssen und Kleinkrediten auf ihrem Weg in eine Einkommen schaffende Tätigkeit unterstützt.

N wie Nachhaltigkeit

Aktiv für Afrika e.V. fördert nur Projekte, die Nachhaltigkeit versprechen. Der nachhaltige Erfolg der durchgeführten Projekte wird gesichert durch die enge Zusammenarbeit und Kommunikation mit den Einheimischen. Auch die erbrachten Eigenleistungen sowie die durch Personen vor Ort übernommene Verantwortung bieten dafür eine gute Basis. Die Anlagen werden regelmäßig kontrolliert und gewartet. Sollte einmal etwas kaputtgehen, kümmern sich die Verantwortlichen umgehend um die Reparatur. Die Technik der Anlagen ist – abgesehen von den hochwertigen Solaranlagen, die über Langfristgarantien verfügen – einfach und langlebig.

A wie Aktiv

Im Jahre 2008 legte Marianne Schneider-Ortmann 2000 km von Fürstenfeldbruck bis Valencia alleine mit dem Fahrrad zurück, um erste Spenden für das Trinkwasserprojekt in Nnudu zu sammeln. Darüber hinaus hat sie inzwischen unzählige Vorträge bei Veranstaltungen, Organisationen und in Schulen gehalten. Bei Aktionen im Landkreis, wie dem „Fest der Kulturen“ und dem „Anderen Brucker Adventsmarkt“ in St. Bernhard, ist der Verein immer wieder anzutreffen. Auch dabei ist den inzwischen 27 Vereinsmitgliedern sehr wichtig, dass jeder einzelne Spenden-Euro zu 100 Prozent in die Hilfsprojekte vor Ort fließt. Kosten der Verwaltung und Spendenwerbung werden vollständig aus Mitgliedsbeiträgen bezahlt. Reise- und Aufenthaltskosten zahlen die Vereinsmitglieder privat.

 

Auch wenn die langen Reisen, die Lebensbedingungen und das Klima vor Ort zunehmend eine Herausforderung darstellen, stecken Marianne und Lothar bereits mitten in der Vorbereitung neuer Projekte. Der nächste Flug nach Ghana ist für den Herbst 2019 vorgesehen.

 

Es lohnt sich, aktiv für Afrika zu bleiben, denn die Menschen brauchen Perspektiven vor Ort und bessere Lebensbedingungen.

Hierzu ein Artikel im Kreisboten FFB vom 31.03.2018: … zum Artikel



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Wittelsbacherplatz 7
82256 Fürstenfeldbruck

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